OTM erzeugt elektronische Rechnungen als ZUGFeRD/Factur-X-Hybridformat im Profil XRechnung 3, das vollständig konform mit der europäischen Norm EN 16931 ist. Jede Rechnung wird als PDF/A-3-Datei mit eingebettetem XML-Datensatz erstellt. Dadurch erhalten Ihre Kunden eine Rechnung, die sowohl als normales PDF gelesen und gedruckt werden kann als auch maschinell in Buchhaltungssysteme übernommen werden kann – ohne manuelles Abtippen.
OTM bildet die folgenden Belegarten als E-Rechnung ab:
| Kürzel | Belegart | Beschreibung |
|---|---|---|
| AR | Ausgangsrechnung | Reguläre Endrechnung an den Kunden (Invoice). Enthält alle Einzelpositionen des Auftrags. |
| TR | Teilrechnung | Abschlagsrechnung für noch nicht vollständig abgeschlossene Aufträge (Partial Invoice). |
| DGU | Gutschrift (Debitor) | Rechnungskorrektur bzw. Gutschrift an den Kunden (Credit Note). Referenziert die ursprüngliche Rechnung. |
| GU | Ressourcen-Gutschrift | Gutschrift an Freiberufler bzw. Ressourcen (Self-Billed Invoice). Die Abrechnung wird vom Unternehmen im Namen des Dienstleisters erstellt. |
| RR | Ressourcenrechnung | Von der Ressource selbst erzeugte Rechnung. Die Ressource gibt ihre eigene Rechnungsnummer ein, und OTM erstellt daraus den E-Rechnungsbeleg. |
Für die Abrechnung von Freiberuflern und Ressourcen unterstützt OTM zwei Varianten: Ressourcen-Gutschriften als Self-Billed Invoice, bei denen das Unternehmen die Abrechnung im Namen des Dienstleisters erstellt, sowie Ressourcenrechnungen, die von der Ressource selbst in OTM erzeugt werden, nachdem sie ihre eigene Rechnungsnummer eingegeben hat. Beide Belegarten werden als E-Rechnung im ZUGFeRD-Format erzeugt.
OTM berücksichtigt bei der E-Rechnungserzeugung automatisch das jeweils zutreffende steuerliche Szenario:
Jede E-Rechnung enthält die vollständigen Zahlungsinformationen Ihres Unternehmens, einschließlich IBAN und BIC für SEPA-Überweisungen sowie das Zahlungsziel. Diese Daten werden strukturiert im XML-Teil übermittelt, sodass sie beim Empfänger direkt für die Zahlungsabwicklung übernommen werden können.
Die Leitweg-ID ist eine eindeutige Kennung, die öffentliche Auftraggeber in Deutschland zur Identifikation und Zustellung elektronischer Rechnungen verwenden. Wenn Sie Rechnungen an Behörden, öffentliche Einrichtungen oder andere Stellen der öffentlichen Verwaltung stellen, ist die Angabe der Leitweg-ID in der Regel verpflichtend.
Die Leitweg-ID besteht aus bis zu 46 Zeichen und folgt einem festen Schema:
[Grobadressierung]–[Feinadressierung]–[Prüfziffer]
Beispiel: 04011000-12345-67
04011000 = Grobadressierung (z. B. Bundesministerium)
12345 = Feinadressierung (Abteilung/Referat)
67 = Prüfziffer
Die Grobadressierung identifiziert die Behörde oder Einrichtung, die Feinadressierung das konkrete Referat oder die Abteilung innerhalb der Organisation. Die Prüfziffer dient der technischen Validierung.
In OTM wird die Leitweg-ID pro Kundenstammsatz hinterlegt. Zusätzlich kann für jeden Kunden eine alternative Rechnungsadresse mit einer eigenen Leitweg-ID gepflegt werden – beispielsweise wenn der Rechnungsempfänger eine andere Behörde oder Abteilung ist als der fachliche Auftraggeber.
Sobald bei einem Kunden eine Leitweg-ID hinterlegt ist, verwendet OTM diese automatisch als elektronische Adresse im E-Rechnungs-XML (gemäß Schema ICD-0204). Bei Kunden ohne Leitweg-ID wird stattdessen die E-Mail-Adresse als elektronische Adresse eingetragen. Eine manuelle Umschaltung ist nicht erforderlich.
Neben der Leitweg-ID unterstützt OTM auch die Übermittlung einer Buyer Reference (Käuferreferenz) pro Kunde. Dieses Feld wird in der E-Rechnung als zusätzliche Referenz des Auftraggebers übermittelt und kann für interne Zuordnungen beim Empfänger genutzt werden – z. B. Bestellnummern, Aktenzeichen oder Kostenstellen. Ist keine Buyer Reference hinterlegt, verwendet OTM automatisch das Kürzel des Kundenunternehmens.
Vorteile, Unterschiede und was Sie als Unternehmer beachten müssen
Eine E-Rechnung ist nicht einfach eine PDF-Datei, die per E-Mail verschickt wird. Eine echte elektronische Rechnung enthält strukturierte, maschinenlesbare Daten im XML-Format, die gemäß der europäischen Norm EN 16931 aufgebaut sind. Dadurch können Rechnungsdaten automatisch und ohne manuelle Eingabe in Buchhaltungssysteme übernommen werden.
In Deutschland sind drei Formate besonders relevant:
ZUGFeRD ist ein hybrides Format: Es kombiniert eine visuell lesbare PDF/A-3-Datei mit einer eingebetteten XML-Datei. Damit kann die Rechnung sowohl von Menschen gelesen als auch von Maschinen automatisch verarbeitet werden.
Aktuelle Version: ZUGFeRD 2.1.1 / 2.2 (konform mit EN 16931)
Besonders geeignet für: Unternehmen jeder Größe, die eine Lösung suchen, die sowohl mit als auch ohne spezielle Software funktioniert.
Factur-X ist das deutsch-französische Pendant zu ZUGFeRD und technisch identisch mit ZUGFeRD 2.x. Beide Formate basieren auf demselben Standard und sind vollständig kompatibel. Der Name „Factur-X“ wird vorwiegend im französischsprachigen und internationalen Kontext verwendet.
Besonders geeignet für: International tätige Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in Frankreich und der EU.
XRechnung ist ein reines XML-Format ohne visuelle PDF-Komponente. Es wurde speziell für den Rechnungsaustausch mit öffentlichen Auftraggebern in Deutschland entwickelt und ist der nationale Standard für die öffentliche Verwaltung.
Besonders geeignet für: Unternehmen, die Rechnungen an Bund, Länder oder Kommunen stellen.
| Merkmal | ZUGFeRD / Factur-X | XRechnung |
|---|---|---|
| Datenformat | PDF/A-3 + eingebettetes XML | Reines XML |
| Visuell lesbar (ohne Software) | Ja (PDF-Ansicht) | Nein (XML-Viewer oder Visualisierung nötig) |
| Maschinenlesbar | Ja (XML-Anteil) | Ja (komplett) |
| EN 16931 konform | Ja (ab Version 2.0) | Ja |
| Pflicht für öffentliche Aufträge | Teilweise akzeptiert | Ja (vorgeschrieben) |
| B2B-Rechnungen | Ja | Ja |
| Internationale Nutzung | EU-weit (Factur-X) | Vorwiegend Deutschland |
| Profile / Detailstufen | Minimum, Basic WL, Basic, EN 16931 (Comfort), Extended |
Ein Profil (Standard) |
| Warum sich der Umstieg auf E-Rechnung lohnt | |
| Automatische Verarbeitung | Rechnungsdaten werden direkt in Ihre Buchhaltung übernommen – ohne manuelles Abtippen. Das reduziert Fehler und spart erheblich Zeit. |
| Kosteneinsparung | Wegfall von Druck-, Porto- und Papierkosten. Studien zeigen Einsparpotenziale von 60–80 % gegenüber Papierrechnungen. |
| Schnellerer Zahlungseingang | Elektronische Rechnungen werden schneller zugestellt und verarbeitet. Das verkürzt die Durchlaufzeit und verbessert Ihre Liquidität. |
| Gesetzeskonformität | Sie erfüllen die Anforderungen des Wachstumschancengesetzes, der GoBD und der EU-Richtlinie 2014/55/EU. |
| Revisionssicherheit | E-Rechnungen im PDF/A-Format sind langzeitarchivierbar und erfüllen die Anforderungen an eine GoBD-konforme Aufbewahrung. |
| Weniger Medienbrüche | Der gesamte Rechnungsprozess – von der Erstellung über den Versand bis zur Archivierung – läuft digital und durchgängig. |
| Nachhaltigkeit | Kein Papierverbrauch, kein physischer Versand – ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz. |
| Zukunftssicherheit | Die E-Rechnung wird EU-weit zum Standard. Wer jetzt umstellt, ist für kommende Regelungen (z. B. EU-weites Meldesystem „ViDA“) vorbereitet. |
Der größte praktische Vorteil von ZUGFeRD liegt im hybriden Ansatz: Die Rechnung ist gleichzeitig ein ganz normales PDF (das Sie ausdrucken, lesen und archivieren können) und eine maschinenlesbare XML-Datei (die automatisch verarbeitet werden kann).
Das bedeutet konkret:
ZUGFeRD bietet verschiedene Profile, die sich im Umfang der übermittelten Daten unterscheiden:
| Profil | Beschreibung | EN 16931 |
|---|---|---|
| Minimum | Minimaler Datensatz – vergleichbar mit den Angaben auf einem Buchungsbeleg | Nein |
| Basic WL | Erweiterter Buchungsbeleg mit zusätzlichen Kontaktdaten | Nein |
| Basic | Strukturierte Rechnungsdaten inkl. Einzelpositionen | Nein |
| EN 16931 (Comfort) | Vollständige Konformität mit der EU-Norm – empfohlenes Profil | Ja |
| Extended | Erweitert um branchenspezifische Zusatzinformationen | Ja (Obermenge) |
Das Wachstumschancengesetz regelt die schrittweise Einführung der E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich:
E-Rechnungen müssen dieselben Pflichtangaben enthalten wie herkömmliche Rechnungen gemäß § 14 UStG:
| Anwendungsfall | Empfohlenes Format |
|---|---|
| Rechnungen an öffentliche Auftraggeber (Bund) | XRechnung (vorgeschrieben) |
| Rechnungen an Kommunen und Länder | XRechnung (je nach Landesgesetz) |
| B2B-Rechnungen im Inland | ZUGFeRD (Profil EN 16931 oder Extended) |
| B2B-Rechnungen international (EU) | Factur-X / ZUGFeRD |
| Gemischter Empfängerkreis (mit/ohne Software) | ZUGFeRD (Hybridformat) |
Für Übersetzungsbüros, Sprachdienstleister und Freelancer gelten dieselben Pflichten. Besonders relevant sind folgende Punkte:
Bei Fragen zur E-Rechnung oder zu OTM kontaktieren Sie bitte unseren Kundenservice.
